20. Juli 2010
Weltherrschaftspläne

Privatisierung durch die Hintertür: Immer mehr Firmen versuchen, biologische Verfahren schützen zu lassen. Europäisches Patentamt verhandelt über Brokkoli und Tomate

Beim US-Saatgut- und Agrarchemiemulti Monsanto ist die Kontrolle über die Nahrungsmittelproduktion weltweit offiziell erklärtes Unternehmensziel. Konkurrierende Konzerne wie Syngenta, BASF und Pioneer führen Ähnliches im Schilde. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace beherrschen schon heute zwölf Firmen zwei Drittel des globalen Saatgutmarktes. Daß sie sich etliche ihrer Züchtungsmethoden und deren Ergebnisse– nicht zuletzt diejenigen, die Genmanipulationen enthalten – haben patentieren lassen, ist ein wesentlicher Grund für ihre steigenden Profitraten. Denn in der Folge kassieren sie auf unabsehbare Zeit Gebühren von Züchtern, Landwirten und sogar von den Verbrauchern. Die damit verbundene Beschneidung des althergebrachten Bauernrechts, Saatgut aus eigenem Anbau zu gewinnen, wird seit langem von den Betroffenen, von Ökoverbänden und Globalisierungskritikern mit Sorge beobachtet.

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